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Mangrovenkrabben - FAQ

Mit Hilfe Eurer vielen Mails (danke :) ) konnten wir nun die am häufigsten gestellten Fragen zusammenstellen.
Der ’QUICK GUIDE’ unter dem Kapitel [Verschiedenes] ist zusätzlich eine Übersicht der wichtigsten Informationen zur (Mangroven -) Krabbenpflege.

Frequently asked questions

..zu den Krabben

- wie lassen sich die Geschlechter unterscheiden?
- wachsen abhanden gekommene Glieder wieder nach?
- muss eine Krabbe sterben, die beide Scheren verloren hat?
- wie alt werden Rote Mangrovenkrabben?
- eine meiner Krabben liegt zuckend auf dem Rücken – ist sie krank?
- Wenn jeweils ein Männchen und ein Weibchen zusammenleben – werden sie sich auch paaren?
- lassen sich Rote Mangrovenkrabben zusammen mit anderen Krabben / Krebsen/Garnelen pflegen?

..zu Pflegebedingungen

- brauchen Mangrovenkrabben einen Landteil?
- sind Möglichkeiten, das Wasser zu verlassen etwa Korkstücke - ausreichend ?
- wie muss das Verhältnis Wasser/ Land sein?
- Welches Subtrat an land - Sand, Erde oder was anderes?
- wie feucht oder trocken muss das Subtrat sein?
- können die Landpflanzen auch gedüngt werden?
- das Substrat schimmelt was nun ?
- das Holz/Wurzeln hat weissliche Stellen Schimmel ?
- wie wärs mit Plastikpflanzen? Die können jedenfalls nicht gefressen werden!
- wie hoch muss der Salzgehalt des Wassers für Rote Mangrovenkrabben sein ?

 

    ... über die Krabben selbst

- wie lassen sich die Geschlechter unterscheiden?

Die Farbe eignet sich in keiner Weise dazu ,- die Scheren nur bedingt – denn bei denen im Handel angebotenen noch jungen Krabben (6-8 Monate) sind die typischen Unterschiede noch nicht sonderlich ausgeprägt.
Das sicherste Unterscheidungsmerkmal ist somit die Unterseite:
Die Weibchen haben ein breites halbrundes Bauchsegment,das über den gesamten Bauchraum bis an die Beinansätze reicht und als Brutraum dient, während die Männchen über ein deutlich schmaleres Exemplar verfügen.
Es gelangen hin und wieder auch so junge Krabben in den Handel, die noch nicht geschlechtsreif sind. Ihre Färbung ist noch nicht so ausgeprägt. Der Brutraum der Weibchen ist noch nicht voll entwickelt und stellt sich daher eher wie ein Mittelding dar. Erst nach der sog. pupertären Häutung, die etwas besonderes im Leben einer Krabbe ist, entwickelt sich der Brutraum über die gesamte Unterseite.

- wachsen abhanden gekommene Glieder wieder nach?

Ja. Die Chitinhüllen der Schreitbeine sowie die Scheren bilden sich geschützt unter einer
dunklen Schicht, werden während der nächsten Häutung entfaltet und sind wieder voll funktionstüchtig, nachdem sich Muskeln und Gewebe wie in allen andren Körperteilen nach einer Häutung auch, aufgebaut haben und Kalk eingelagert wurde.Meist sind sie zunächst etwas kleiner als die Originale.

- muss eine Krabbe sterben, die beide Scheren verloren hat?

Nicht unbedingt. Im Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme dienen die Scheren nur dem groben Zerkleinern und 'Anreichen’. Die Nahrung wird dann weiter u.a. im 'Mund’ durch entsprechende Werkzeuge weiter zerkleinert. Das Tier muss sich halt zum Fressen vorbeugen. Tun sie dies, leiden sie wahrscheinlich nicht an weiteren ,etwa inneren Verletzungen, die sie apathisch erscheinen lassen.
Beide Scheren kommen meist während unnatürlich schweren Kämpfen untereinander abhanden. Leidet die Krabbe noch unter weiteren inneren oder äusseren Verletzungen, wird sie vermutlich nicht überleben.
Da die Scheren jedoch auch wichtiges Kommunikationsmittel darstellen ,ist eine scherenlose Krabbe besonders in dieser Hinsicht im Nachteil. Und natürlich kann sie sich gegen mögliche weitere Angriffe nicht verteidigen.Wir müssen dann ein besonderes Augenmerk auf den kleinen Patienten haben und dafür sorgen, dasds er/sie genug zu fressen bekommt. Vielleicht mit direkter Fütterung.

- wie alt werden Rote Mangrovenkrabben?

Insgesamt dürfte die Lebensspanne von gesunden Krabben bei etwa vier Jahren(Mit Larvenstadium) liegen. Die Temperatur ihrer Umgebung, die sich auf den Stoffwechsel und somit auch auf die Häutungsfrequenz auswirkt, wird auch eine Rolle spielen.
Nach vier Monaten etwa kommen die Krabben nach abgeschlossener Larvenentwicklung mit anschliessender Metarmorphose als Jungtiere aus dem Meer, um fortan ein amphibisches Leben zu führen. Wenn sie zu uns kommen, sind sie mehr oder weniger in diesem Alter .

- eine meiner Krabben liegt zuckend auf dem Rücken – ist sie krank?

Ja, sie leidet vermutlich an akuter Vergiftung und wird ohne Hilfe auf jeden Fall sterben.
Das Tier sofort herausnehmen und mit unbelastetem Wasser abspülen.
Wasserbedingungen prüfen (Nitrat/Nitrit). Sind diese Werte unbedenklich, unbedingt einen Kupfertest ( WarmWasserleitungen) machen lassen. Pestizide in gespritztem Obst oder Gemüse können auch eine Ursache sein. Wird die mögliche Giftquelle früh genug erkannt und beseitigt, erholt sich die Krabbe wieder.

- Wenn jeweils ein Männchen und ein Weibchen zusammenleben – werden sie sich auch paaren?

Nicht unbedingt. Das Weibchen muss seine Zustimmung geben. Wenn sie nicht will, ist er chancenlos. Das bedeutet aber auch, dass ein grösseres Weibchen sich eines kleineren Männchens auch einfach ’bemächtigen’ kann.
In jedem Falle ist es besser und artgerechter, die Tiere in einer Gruppe zu pflegen – also ein Männchen mit mindestens zwei Weibchen.

- lassen sich Rote Mangrovenkrabben zusammen mit anderen Krabben / Krebsen/Garnelen pflegen?

Die unterschiedlichen Arten sollten auf jeden Fall ihr eigenes, ihnen angepasstes Domizil bewohnen. Denn die jeweils grössere Art stellt mehr oder weniger schnell der Kleineren nach, was für letztere dauerhaften Stress und somit Schäden verschiedener Art bedeuten - und schliesslich muss sie dann doch dann glauben.
Garnelen und Krabben können dann relativ friedlich zusammenleben, wenn keine JägerInnen unter den Krabben sind.Dann allerdings dürften hin und wieder diverse Garnelen in den Krabbenmägen verschwinden.

 

    ... über die Pflegebedingungen

- brauchen Mangrovenkrabben einen Landteil?

Ja, als amphibische Lebewesen sind sie auf beide Elemente angewiesen. Mangrovenkrabben gehören zu den Landkrabben. Diese Definition bedeutet, dass die Tiere auch an land sich dauerhaft und aktiv aufhalten können, was weit über das direkte Überleben hinausgeht.

- sind Möglichkeiten, das Wasser zu verlassen – etwa Korkstücke - ausreichend ?

Nein, auf Dauer nicht. Ausserhalb des Wassers haben Rote Mangrovenkrabben verschiedene Aufgaben am und im Boden, wozu sie anatomisch zusätzlich speziell ausgestattet sind. Die Verstoffwechselung von Blättern ist eigentlich die Hauptaufgabe Roter Mangrovenkrabben ihrer südsostasiatischen Heimat, daher brauchen sie einen Erdbereich, indem sie nicht nur Erdhöhlen anlegen, sondern auch Nährstoffe beziehen.

- wie muss das Verhältnis Wasser/ Land sein?

Die Grösse des Landteiles ist eher abhängig von der Zahl der Krabben.
Wobei beides grosszügig bemessen sein muss. Als eine Art Faustregel kann ein Verhältnis von 2: 3 gelten. Natürlich können auch mehrere Inseln geschaffen werden, was bei eventuellen Streitigkeiten hilfreich sein kann. Auf diese Weise wird gesichert, dass jedes Tier die Möglichkeit hat einen (eigenen) Erdbereich aufzusuchen.

- Welches Substrat an land - Sand, Erde oder was anderes?

Um die Krabben zu fotografieren, ist der helle Sand natürlich vorteilhafter, da sich die dunklen Tiere wunderbar davon abheben.
Jedoch aufgrund ihrer dunklen Körperfärbung ist klar, dass sie natürlicherweise den Strand verlassen, um fortan tiefer im Wald zu leben. Und so scheint mir normale Blumenerde oder auch spezielle Walderde angemessener. So ist die Tarnung der vorsichtigen Krabben optimiert. Die Eingänge der aufwändigen Wohnhöhlen werden bevorzugt ganz nah am Wasser angelegt. Grobe Stücke werden genauestens aussortiert.

- wie feucht oder trocken muss das Subtrat sein?

Damit das Substrat von den Krabben gut geformt werden kann, muss es recht feucht bis nass sein. Am besten etwas matschig. Die vorhandene Feuchtigkeit schützt gegen Austrocknung und gegen eventuellen Sauerstoffmangel ( Hypoxie)sind die Krabben bestens ausgerüstet, um so auch längere zeit unter Tage verbringen zu können.
Jedoch sollte die Wahl der Pflanzen dem nassen Subtrat entsprechend angepasst werden.

- können die Landpflanzen auch gedüngt werden?

Im Grunde ist gebrauchtes AQ – wasser ein wunderbares Giesswasser für Pflanzen. Doch erfahrungsgemäss ist das Wasser der Krabben zu hart für sie. So kann es mit anderem Wasser vermischt werden. Regenwasser etwa ist eine besonders gute Wahl.
Als Dünger lässt sich jeder gute Grünpflanzendünger verwenden. Stimmt das Licht und andere äussere Bedingungen , reicht eine halbdosierte Gabe alle vier bis sechs Wochen( je nach Bepflanzung und 'Hunger’ ) direkt unter die jeweiligen Gewächse gegeben, aus. Zwingend notwendig ist Düngung bei gutem Pflanzenwuchs jedoch nicht.

- das Substrat schimmelt – was nun ?

Bei neu eingerichteten Erdbereichen kann das vorkommen, wenn sich die Bodenorganismen noch nicht eingrichtet haben. Ein AQ muss sich aus demselben Grund ja auch einfahren.
Die Stellen entfernen und bei ausreichender Belüftung müsste der Schimmel mit der zeit verschwinden. Futterreste immer rechtzeitig entfernen.Für gute Durchlüftung des Beckens sorgen, beschlagene Scheiben sind ein zeichen für stehende Luft und begünstigen bakterien und PIlze

- das Holz/Wurzeln hat weissliche Stellen – Schimmel ?

Wenn es tatsächlich Schimmel ist, muss das entfernt werden.
Bei kleinen Stellen hilft normalerweise tiefgründiges Abschneiden oder Abschaben. Schimmelt aber das gesamte teil immer wieder, wurde es möglicherweise nicht korrekt konserviert. Das Abkochen des jeweiligen Stückes beseitigt den Schimmel ,meistens jedenfalls.
Ansonsten zurückbringen und umtauschen.
Aus diesen Gründen auch nie selbst gesammeltes einheimisches Holz mit dem Aquaterrarium in Verbindung bringen oder gar ins Wasser legen. Dieses ist nicht dafür geeignet wie etwa Mangrovenholz oder Moorkienwurzeln dass bereits lange im Wasser zugebracht hat und daher keine Verrottungsprozesse mehr stattfinden.
Weisse bis gelbliche Bereiche an Wurzelspitzen oder anderen Stellen, etwa der Scheibe nahe der Wasseroberfläche, können auch Kalkablagerungen sein. Doch zu stark sollte diese Erscheinung auch nicht sein.

- wie wär’s mit Plastikpflanzen? Die können jedenfalls nicht gefressen werden!

Keine gute Idee.
Lebende Pflanzen tragen mit ihrem Stoffwechsel erheblich zu einer guten und konstanten Wasserqualität bei. Vorausgesetzt natürlich, es geht ihnen auch gut und sie wachsen tüchtig. Dafür müssen wir dann Sorge tragen.
Wasserpest wird aufgrund ihrer Nährstoffe von Krabben in Form von einigen Blättchen mehr oder weniger geschätzt. Unabhängig davon, ob wir ihnen zusätzlich Grünzeug anbieten oder nicht. Doch wir sollten sie gewähren lassen und bei Bedarf neue Pflanzen zur Verfügung stellen.

- wie hoch muss der Salzgehalt des Wassers für Rote Mangrovenkrabben sein ?

eine Spezialität der Sesarmas ist die Anpassung an unterschiedliche Salzgehalte. Sie können unter Süsswasserbedingungen ebenso gut leben wie in Brackwasserbedingungen.Um das zu leisten, spielen die letzten Kiemenpaare und ihre jeweiligen Anpassungen der insgesamt sieben eine wichtige Rolle.
Wir müssen uns entscheiden, welches Biotop wir unseren Krabben dauerhaft zur Verfügung stellen wollen- oder vielleicht auch beide. Denn Pflanzen und andere Tiere sind ja auch entsprechend angepasst. Von daher ist eine Mischung der beiden Lebensräume nicht möglich.
Wasserpest etwa verträgt wie die anderen Süsswasserarten nicht zu viel Salz im Wasser.
Soll es Süsswasser sein, ist lediglich darauf zu achten, dass das Wasser nicht zu weich ist. Die Karbonathärte, deren Definition ja auch Salze beinhaltet, sollte nicht unter acht sein. Besser gut zehn.

 

 
© by Annette Berkelmann
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