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Krabben sind die am höchsten entwickelten Krebstiere. So ist die Kommunikation zwischen den Individuen entsprechend ausgeprägt und vielseitig.
Im Grossen und Ganzen gilt das Recht des Stärkeren ,was nicht unbedingt immer mit Körpergrösse gleichzusetzen ist und für beide Geschlechter gilt.
So kann im Aquaterrarium, durch aus ein Weibchen , das aufgrund seines Alters grösser als das anwesende Männchen ist, die Rolle der Chefin innehaben.
Die Scheren der Krabben können gefährliche Waffen sein. Doch als solche werden sie nur in Notfällen aus Mangel an Optionen eingesetzt.
Ihre Anwendung ist auch abhängig vom Temparament und der jeweiligen Situation sowie Gefühlslage. Eine werdende Mutter beispielsweise ist aggressiver als ein Weibchen ohne Eier.

Kleinere Scharmützel kommen schon mal vor, doch in der Regel reicht es aus, die Scheren zur Kommunikation zu nutzen und sie in die die komplexe Sprache mit einzubeziehen . Nach der entscheidenden Häutung der Larven zu Jungkrabben, wenn also das erste Scherenpaar erscheint, hat sich auch eine individuelle Panzerzeichnung ausgebildet, die das ganze Leben beibehalten wird. Mag die Schattierung der Farben je nach Gefühlslage oder Umgebung auch wechseln, das Muster bleibt immer gleich.

Da Krabben ein ausgeprägtes Empfinden für Erschütterungen haben, besteht ein beachtlicher Teil ihrer Sprache aus verschiedenen Klopfzeichen.
Bekanntestes Beispiel für diese Art der Verständigung sind wohl die Winkerkrabben. Der Vorteil ist klar: es lassen sich Signale an einen unsichtbaren Partner übermitteln und man selbst braucht ebenfalls nicht die Deckung zu verlassen. Und natürlich eine enorme Erleichterung im Dunkeln, etwa in Erdhöhlen.

Bei meinen Krabben konnte ich beobachten, dass die Scheren ruckartig und senkrecht auf den Grund geklopft wurden. Meistens werden aber die Beine benutzt. Es sieht aus, als wenn innerhalb der Glieder gespannte Federn gelöst würden.
Aufregung, bzw Ungeduld wird mit Trippeln auf der Stelle signalisiert.
Bei vermeintlicher oder vermuteter Gefahr wird innegehalten und das letzte Beinpaar wird von der Krabbe in die Höhe gereckt. Kurz darauf wird entweder mit der bisherigen Beschäftigung fortgefahren oder auch die Flucht ergriffen.

An den Krallenenden der Beine befinden sich neben den Geschmackszellen auch empfindliche Borsten. Diese nehmen Schwingungen im Wasser wahr und das geht natürlich besser, wenn die 'Antennen' richtig ausgerichtet sind. (siehe auch Bild und Text bei 'SINNESORGANE' )
Bei genauer Beobachtung der Tiere lässt sich eine ausgeprägte Zeichensprache mit Scheren, Beinen und der gesamten Körperhaltung feststellen.
Es reizt mich sehr, diese Sprache wenigstens teilweise zu entschlüsseln, was trotz oder gerade wegen ihrer Vielseitigkeit und teilweise schnellen Aufeinanderfolge doch sehr schwer ist.
Ein Verhalten, dass von uns Menschen leicht als handfeste Prügelei gedeutet wird, scheint auch ein Bestandteil der Kommunikation zu sein: Man stürzt aufeinander zu und bearbeitet sich gegenseitig mit den Scheren und den Beinen. Das Ganze erinnert ein wenig an die Unterhaltung von Ameisen, wenn auch in der Ausführung etwas heftiger.

Ich konnte beobachten, dass bei einer dieser Gelegenheiten das Weibchen anschliessend das Weite suchte. Als das zurückgebliebene Männchen wie wild mit den Scheren auf den Boden trommelte, hielt das Weibchen in seinem Weg inne ,kehrte zum Männchen zu rück und man vertiefte sich weiter in ein offensichtlich höchst anregendes Gespräch, wobei beide Partner gleichberecjhtigt scheinen,und kleinere Krabben sich durchaus zu behaupten wissen.

Bei Meinungsverschiedenheiten gehen die Krabben grundsätzölich nicht gleich aufeinander los. Die Scheren sind auch gefürchtete Waffen und werden nur dann als solche benutzt, wenn der Kontrahent auf ein-drei vorherige Warnungen nicht mit Rückzug reagiert oder die Situation aus anderen Gründen extrem explosiv ist - etwa durch Stress. Gedroht wird mit gleichzeitig erhobenen Scheren öfter mal, wobei die Höhe entscheidend für die Intensität ist.
Scheinangriffe dienen nochmal einer extra Betonung.
Natürlich gibt es auch den Austausch von positiven Gefühlen. Auch Scheinangriffe können dazu dienen, eine potenzielle Partnerin auf sich aufmerksam zu machen.
Paare, die sich bereits einig sind, was den Nachwuchs betrifft, können stundenlang nah beieinander sitzen und sich mit den Scheren berühren. Im Gesicht scheinen die Krabben besonders empfindlich auf Berührungen zu reagieren. Und so kraulen sie sich gegenseitig die Augenstiele und obere Kopfpartie.

Gelegentlich konnte ich beobachten, dass eins der Weibchen auf dem Weg nach Hause am Boss vorbeimusste, er aber lieber seine Ruhe haben wollte und ihr das auch zu verstehen gab.
Es könnte sie ein paar Gliedmassen kosten, seine Warnungen zu ignorieren.
Was aber sollte die wesentlich kleinere Dame tun? Sie schlich sich langsam an und plötzlich hüpfte sie dem grossen Männchen direkt auf den Kopf und trommelte wie wild auf ihn ein!! Gleichzeitg bewegte sie sich weiter, sprang herunter und rannte ihres Weges! Sie hatte es geschafft.
Big Boss war so überrumpelt, dass er erstmal wie angewurzelt sitzenblieb ob soviel Frechheit.
Auf diese Weise überwand die kleine Lady noch öfter das 'Hindernis'.

Mann kennt sich nach zwei Ringkämpfen im August 2005:
Crykee vorn und Cane. Auffällig präsentieren sie einander die roten Scheren im umgebenden Grünbraun.Beide verhalten sich respektvoll und bleiben auf Abstand.

Eine wichtige, wenn auch für uns nicht immer eindeutige Möglichkeit der Kommunikation zwischen einzelnen Krabben geschieht auf chemischem Wege.
Deutlich für uns erkennbar, der Austausch von kleinen Ausscheidungskügelchen, die zwischen Männchen und Weibchen ausgetauscht werden. Entweder werden sie dem möglichem oder gewünschten Partner direkt angeklebt, oder vor dem andren Tier platziert. Eine genaue Beschreibung gibt es dazu bei "AUFZUCHT UND VERMEHRUNG""
Es wird vermutet, dass paarungsfähige Weibchen möglicherweise spezielle Duftstoffe (Pheromone) ins Wasser abgeben könnten.Bei andren Landkrabbenarten wurde dies bereits nachgewiesen.
Ausserdem wird von den recht gut sehenden Mangrovenkrabben übrigens auch Farbe intensiv zur Verständigung genutzt. Zum einen haben die Tiere - betrachtet man sie eher von hinten, eine bräunliche Farbe, die eine gute und perfekte Tarnung ermöglicht. Von vorn sind sie eher auffällig und
Krabben beiden Geschlechts, die einen Partner suchen, leuchten dann besonders im vorderen Bereich in sehr intensivem Rot. Auch die Scheren und nach vorn gerichteten Innenseiten der Gehbeine sind stärker gefärbt. Durch das Grün und Braun ihrer Umgebung recht gut zu erkennen. Nicht nur mögliche Partner werden aufmerksam, auch wird mit den grossen roten Scheren besonders der Männchen schon von weitem signailiert: hier ist besetzt.

 

 
© by Annette Berkelmann
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