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Roten Mangrovenkrabben steht ein breites Repertoire von gut entwickelten Sinnesleistungen zur Verfügung. Und die schlauen Scherenträger wissen sie zu nutzen: zu Wasser ebenso wie an Land - bei Tag und bei Nacht.
Die Allesfresser bewegen sich viel am und im Boden, es steht ihnen also ein guter Erschütterungssinn mit einer entsprechenden Sensorik zur Verfügung. Ihr geschicktes Klettervermögen eröffnet ihnen fast jeden Weg . Ihr gutes Sehvermögen und ihre Schnelligkeit hilft den Krabben bei ihrer Lauerjagd und als Schutz vor Feinden. Und sollten sie dennoch aufgespürt werden, wissen sie sich zu wehren. Sie probieren alles was sie finden und haben nicht nur eine breite Nahrungspalette, sondern auch individuelle Vorlieben und Abneigungen.
Die vielfältigen Sinne ermöglichen den kleinen Persönlichkeiten eine entsprechend komplexe Sprache, die das soziale Leben der schwer bewaffneten Tiere regelt.

SEHEN
Rote Mangrovenkrabben können sich wie die meisten Krabbenarten hervorragend mit den Augen zurechtfinden.
Ihre Komplexaugen sind auf Stielen angelegt, die einzeln bewegt werden können. Sie erlauben nicht nur eine komplette Rundumsicht, der gepanzerte Träger kann periskopgleich aus dem Wasser schauen, ohne seine Deckung zu verlassen und sehen, ob die Luft rein ist. Zum Schutz, etwa beim Hineinzwängen in Zwischenräume oder beim Kampf, können sie seitlich eingeklappt werden. Ebenso,um sie mit den Mundwerkzeugen zu reinigen.
Diese Augen haben keine Lider, lassen sich also nicht schliessen. So hängen die Augenstiele leicht seitlich, wenn die Krabbe schläft. Jedes der Krabbenaugen besteht aus einer grossen Zahl ( ca 7000 - 30 000 ) stiftförmiger Einzelaugen ( Ommatidien ). Mit diesen leistungsfähigen Stielaugen sind die Tiere in der Lage, Formen und Farben nicht nur zu sehen, sondern auch zu erkennen.
Die Sinnesorgane sind bei allen Krebstieren hoch entwickelt. Je nach Lebensraum haben die verschiedenen Eigenschaften entsprechende Prioritäten.

TASTEN
Auch dieser Sinn ist ausgesprochen gut ausgebildet und gleich mehreren Körperteilen sind Aufgaben in diesem Bereich zugeteilt.
Sie gewährleisten den Tieren auch bei Dunkelheit eine ausreichende Orientierung.
Alle Krebstiere besitzen vorn am Kopf mehr oder weniger lange Antennen. Bei den Krabben sind diese zwar stark verkürzt, was aber nicht bedeutet, dass sie auch weniger gut funktionieren. Sie sind ständig in Bewegung.
Die Enden der Beine sind mit je einer Kralle ausgerüstet. Hier finden sich winzige Borsten, die der Krabbe erlauben, jede noch so kleine Klettermöglichkeit zu nutzen und die Bodenbeschaffenheit zu prüfen. Andrerseits werden sie bei der Nahrungssuche eingesetzt; selbst unter der Bodenoberfläche können noch Leckerbissen ausgemacht werden.
Auch wenn Essbares von uns mit hilfe einer Pinzette angeboten wird, kann es sein, dass die Krabbe als erstes ihre Beinspitze anhält, um zu probieren, um was sich es eigentlich handelt und ob es dem heutigen Appetit entspricht.

 
 

Durch die entsprechende Ausrichtung besonders der letzten beiden Beine lassen sich durch die Sinneshärchen Annäherungen Anderer feststellen; zu Wasser und zu Land .(siehe Bild. Ausserdem wird sich diese Krabbe in den nächsten Stunden häuten; der Panzer hat sich an den Beinansätzen bereits hochgeschoben, so dass das weissliche Innere sichtbar ist.)
Ausserdem sind über den gesamten Körper, inklusive der Augenstiele, einzelne starke Härchen verteilt, die Schwingungen wahrnehmen können.

Krabbe mit abgespreizten Beinen
 


ERSCHÜTTERUNGEN
Auf die oben beschriebene Art lassen sich auch besonders gut Erschütterungen wahrnehmen. Krabben haben eine sehr hohe Fluchtdistanz, was bedeutet, dass sie am Boden herannahende Lebewesen sehr früh aussmachen können.
Haben wir die flinken Krabbeltiere zu Hause, werden sie in der ersten Zeit schon verschwunden sein, längst bevor wir das Zimmer betreten.
Wenn sie gelernt haben, dass keine Gefahr droht, unterscheiden sie die diversen Personen schnell an ihren Schritten und wissen genau, wer vertraut ist, wer das Futter bringt und ob Fremde im Haus sind ,vor denen sich die vorsichtigen Krabben erstmal in Sicherheit bringen.

RIECHEN
Des Weiteren sind die Antennen mit Sinneszellen ausgerüstet. Auch an den Mundwerkzeugen und an den Gehbeinen sind solche Geschmackszellen angebracht. Sie sind so gut ausgebildet, dass die Krabbe beim kleinsten Anflug von Futtergeruch reagiert. Je nach Appetit kommt sie blitzschnell mit erhobenen Scheren angerannt, um sich ihren Teil zu sichern.
Beim Stöbern am und im Boden wird ein Fundstück mit einer Schere erst nebenden Mund geführt, um leicht tippend zu probieren. Auf diese Weise wird auch oft die Verfassung möglicher Partner untersucht. Entweder direkt an der jeweiligen Krabbe oder mithilfe ihrer Ausscheidungen. So dienen sie auch als Mittel der Kommunikation.

Je nach Anordnung und Zweck der Sinneshärchen sind sie mit unterschiedlichen Arten von Sensillen ausgestattet, wie die Sinneszellen von Krebstieren auch genannt werden.
Damit die Härchen auch ihren Zweck erfüllen können, sind einzelne oder auch Gruppen von ihnen mit Chemorezeptoren ausgestattet. Diese sind ringförmig um die Basis der Härchen angeordnet und sind in die Kutikula (Aussenhaut ) eingebettet. So können sie Impulse die das Haar erreichen in das Krabbeninnere weiterleiten.
Mechanorezeptoren werden gleich insgesamt als bewegliche Haare ausgebildet. Die dazugehörigen Sinneszellen liegen im Inneren der Krabbe. Sie bilden Cilien aus, die sie mit den aussenliegenden Mechanorezeptoren verbinden.
Schliesslich verfügen Krebstiere über tief in der Haut verankerte Zusammenschlüsse stiftförmiger Sinneszellen, mit denen direkter Hautkontakt gespürt wird.

GLEICHGEWICHT
Dieses Organ befindet sich am Kopf bei den Antennen. Das längliche Grübchen ist mit Aussenhaut ausgekleidet. Im Innern findet sich eine mit Sinneshärchen besetzte Leiste, (Crista statica) und eine kleine Ansammlung sog. 'Schweresteine'.
Je nach Lage des Tieres werden die Härchen unterschiedlich belastet und zeigen so die aktuelle Körperlage an. Dieser Statolithenkörper wird bei der Häutung abgestossen und muss von der Krabbe selbst neu gebildet werden. Einige Krebstiere, wie etwa Garnelen, benutzen Fremdkörper als Schweresteine, wie zum Beispiel kleine Sandkörner.

 
© by Annette Berkelmann
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